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Interieur der Zukunft: Ressourceneffizienz im Fahrzeuginnenraum – nachhaltiges Materialkonzept als Einheit von Bauteil und Dekor

Projektleiter:              Gerald Ortlepp
Projektnummer:        22254BG
Laufzeit:                     01.02.2022 – 31.01.2024

Aufgabenstellung

Ziel des Vorhabens war die Erarbeitung eines Materialkonzepts, welches Naturfaserträgermaterialien mit (Recycling-) Dekormaterialien unter Beachtung der Einstofflichkeit für ein späteres Recycling der Bauteile kombiniert. Dieses Materialkonzept sollte dabei idealerweise für One-Shot-Prozesse geeignet sein. Der Fokus lag auf der Entwicklung von Vliesdekoren auf Basis von Recycling-PP- bzw. PES-Fasern. Wesentlicher Schwerpunkt war die Optimierung der Dekoroberflächen der Vliesstoffe in Bezug auf deren Reib- und Scheuerbeständigkeit und die Verarbeitbarkeit in One-Shot-Prozessen gemeinsam mit dem Naturfaserträger, um zusätzliche Kaschierprozesse und Klebstoffe einzusparen.

Ergebnisse

Entscheidend für eine Anwendung von Vliesdekoren im Interieur sind, neben der Farbgebung und –konstanz, vor allem die Abrieb- bzw. Scheuerbeständigkeit. Die Scheuerbeständigkeit konnte im Rahmen des Vorhabens durch geeignete Nachbehandlungen signifikant verbessert werden. Die Vliesstoffe erreichen dadurch die Vorgaben der Automobilhersteller. Über die Skalierung der Ausrüstungsversuche vom diskontinuierlichen Laborversuch bis in den kontinuierlichen kleintechnischen Maßstab konnte die industrielle Umsetzbarkeit gezeigt werden. Die ausgerüsteten Vliesstoffe wurden für die Herstellung von Demonstrator-Bauteilen unter industrienahen Bedingungen eingesetzt. Die Versuche zur Bauteilherstellung bestätigten die industrielle Übertragbarkeit der entwickelten Materialien und Prozesse. Für eine ausreichend hohe Haftung zwischen den Dekoren und dem Naturfaserträgermaterial sind keine zusätzlichen Klebeschichten oder andere Hilfsmittel erforderlich.

Anwendung

Die erzielten Ergebnisse zielen maßgeblich auf eine Anwendung im automobilen Innenraum ab, besitzen dabei aber eine hohe branchenübergreifende Relevanz. Vorrangig profitieren Faserrecycler und Vliesstoffhersteller von den Ergebnissen. Durch die Arbeiten konnte aufgezeigt werden, dass ansprechende Designs auch mit Vliesstoffen möglich sind.