Zum Inhalt springen

Tradition trifft Innovation: frühere CFK-Beschäftigte zu Besuch

So viel geballte Berufserfahrung und Branchenkenntnis kommt selten zu Besuch: Zirka 50 Seniorinnen und Senioren – zum größten Teil ehemalige Beschäftigte des Chemiefaserkombinats Schwarza – konnte Direktor Benjamin Redlingshöfer am späten Dienstagnachmittag am TITK begrüßen. Die sehr rührige Ortsgruppe Rudolstadt der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hatte sich diese Stippvisite im traditionsreichen Forschungsinstitut gewünscht. „Wir versuchen, jedes Jahr auch einen Betriebsbesuch zu organisieren“, begründete der Vorsitzende der Ortsgruppe, Norbert Matiss. „Die Entwicklungen bei euch sind sehr interessant und vielversprechend. Nur mit Innovationen können wir erfolgreich die Zukunft gestalten.“

In einer guten Dreiviertelstunde gab der Institutsleiter den Gästen einen Überblick über die heutigen Aktivitäten des TITK, dessen Wurzeln über 90 Jahre zurückreichen und das 1954 als „Institut für Textiltechnologie der Chemiefasern" (ITC) gegründet und später als zentrale Forschungsabteilung ins CFK eingegliedert worden war. 1991 ging daraus dann das TITK als erste privatwirtschaftliche und nicht grundfinanzierte gemeinnützige Forschungseinrichtung im Freistaat Thüringen hervor.

Heute beschäftigt das TITK mit seinen beiden Tochterunternehmen OMPG und smartpolymer insgesamt 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ist weltweit anerkannt und national wie international aktiv. Redlingshöfer spannte den Bogen von der Unterstützung innovativer Start-ups über die Förderung des MINT-Nachwuchses bis hin zu Geschäftsanbahnungen mit internationalen Geschäftspartnern und der Weltpremiere des TITK auf der Expo in Japan im vorigen Jahr. Beim Blick aufs Portfolio der Gruppe stellte er zum Beispiel Neuentwicklungen für nachhaltige Fahrzeugunterböden, den Einsatz recycelter Carbonfaser-Reste, den mehrfach preisgekrönten Bio-Schmelzklebstoff Caremelt® oder die funktionalisierten Cell Solution®-Fasern vor. „Sie sehen, es geht mit großen Schritten weiter, wir sind hoch innovativ – und Sie haben einst die Grundlagen dafür gelegt“, resümierte der TITK-Chef, an seine Zuhörer gewandt.

Beim anschließenden Rundgang durch verschiedene Technika sahen die Seniorinnen und Senioren den heutigen Status der Lyocell-Spinntechnologie, mit deren Hilfe sogar nachhaltige und hautverträgliche Haarverlängerungen auf Basis von Cellulosefasern entwickelt werden konnten. Oder etwa die modernen Maschinen zur Erzeugung von Zwei- oder Drei-Komponenten-Filamenten. Hier war Norbert Matiss besonders beeindruckt, hat er doch vor vielen Jahren selbst mit dem Schmelzspinnprozess gearbeitet. „Das Verfahren habt ihr sehr gut weiterentwickelt“, konstatierte er. Und Christine Facius, die 35 Jahre im CFK tätig war und inzwischen auf die 85 zugeht, hatte am Ende noch ein Kompliment mit einem Augenzwinkern: „Wenn wir jünger wären, würden wir uns bei euch bewerben.“

001.jpg
002.jpg
003.jpg
004.jpg
005.jpg
006.jpg
007.jpg
008.jpg
009.jpg